Liebe Leute,
was zunächst wie eine gute Nachricht klang, entpuppte sich schnell nur als geschickte Formulierung. Was ist passiert?
Vor Kurzem bekamen wir zum EU-Schulprogramm eine E-Mail vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Sie schrieben, dass Bayern die EU-Mittel in Höhe von 5,2 Mio. € um 5,34 Mio. € aus dem Landeshaushalt aufstockt und damit insgesamt 10,5 Mio. € für das EU-Schulprogramm zur Verfügung stehen.
Im Rahmen des EU-Schulprogramms erhalten Kindergärten und Schulen kostenlose Obst- und Gemüselieferungen. Wir vom Baumannshof sind ein Lieferant.
Hört sich super an, dachten wir beim ersten Blick auf die Nachricht. Doch wenn man genauer hinschaut, scheint es, als wären die Mittel weiter gekürzt worden. Zum gerade zu Ende gegangenen Schuljahr wurden keine Zahlen zur Fördersumme veröffentlicht. Bekannt ist aber, dass sie im Schuljahr 2024/2025 bei insgesamt etwa 12 Millionen Euro lag. Bekannt ist auch, dass in den vergangenen Jahren die Zeiträume, in denen wir die Schulen und Kindergärten mit Obst und Gemüse beliefern durften, immer weiter gekürzt wurden. Bis 2023 erhielten die Kinder noch in 34 von 38 Schulwochen eine Obst- und Gemüse-Lieferung, in diesem Schuljahr waren es weniger als 20 Wochen.
Das wollten wir so nicht hinnehmen. Im Herbst hatten wir deshalb mit unserer Heimathelden-Aktion auf das Thema aufmerksam gemacht und zusammen mit euch und unseren regionalen Partner*innen Spenden gesammelt. Es kamen rund 5.000 Euro zusammen, mit denen wir eine zusätzliche Lieferung mit frischem Bio-Obst und -Gemüse an rund 200 Schulen und Kindergärten in unserer Region ermöglichen konnten.
Auch der Verband Ökokiste e.V., dem wir angehören, hatte sich für das Thema stark gemacht und gemeinsam mit dem Landeselternbeirat, dem bayerischen Elternverband und 13 weiteren Organisationen eine Landtagspetition eingereicht, in der sie eine solide finanzielle Ausstattung des EU-Schulprogramms forderten.
Doch leider ändert sich auch im kommenden Schuljahr nichts an der Situation: Das Geld für unsere Kinder ist weiterhin knapp. Wir finden, das ist das falsche Zeichen. Denn nicht bei allen Kindern steht gesundes Obst und Gemüse täglich auf dem Speiseplan. Durch das Schulfrucht-Programm lernen sie diverse Obst- und Gemüsesorten kennen und erleben, dass ein Pausensnack nicht immer aus einem überzuckerten Riegel bestehen muss.
Wie viel Obst und Gemüse wir nun den Kindergärten und Schulen im kommenden Schuljahr tatsächlich liefern dürfen, wird erst im November bekanntgegeben. Bis dahin, herrscht Unsicherheit auf allen Seiten.
Eine gute Nachricht gibt es dann aber doch: Es dürfen sich wieder alle Schulen und Kindergärten zum EU-Schulprogramm anmelden. Im vergangenen Jahr wurde nämlich sogar ein Aufnahmestopp verhängt.
Meldet euch gerne bei uns, wenn eure Schule oder euer Kindergarten noch nicht am Schulprogramm teilnimmt. Wir beraten euch gerne und unterstützen bei der Antragsstellung.
Herzliche Grüße,
Claudia Kestler
5.8.2026