Der Baumannshof unterstützt - zusammen mit allen Betrieben des Ökokisten-Verbands - seit Juni 2016 die Züchtungsarbeit der Ökologischen Tierzucht GmbH durch den Eier-Cent. Der Preis für unsere Eier hat sich daher um 10 Cent pro Packung gesteigert – für ein absolut wichtiges, zukunftsweisendes Projekt der ökologischen Landwirtschaft!

 

Hintergrund-Info zum "Eier-Cent"

Der Geflügelmarkt wird von wenigen großen Unternehmen und ihren Zuchtlinien bestimmt. So gibt es heute kaum mehr Rassetiere, die meisten sind sogenannte Hybridhühner. Ziel bei diesen Tieren ist, entweder nur Hennen zu züchten, die viele Eier legen, oder nur Hühner, die sehr schnell wachsen und viel Fleisch ansetzen. Dies schränkt eine artgerechte Entwicklung stark ein. Bei den Legehennen sind die Brüder nicht von Nutzen da sie kein Fleisch ansetzen. Daher werden sie nicht aufgezogen, ihr Leben endet schon kurz nach dem Schlüpfen.

Die Fakten über heutige Hühner:

  • Die Hühnerzucht ist globalisiert, weltweit gibt es nur noch vier Konzerne
  • Seit Ende des zweiten Weltkriegs werden sog. Hybridhühner gezüchtet, die entweder Eier legen oder Fleisch ansetzen
  • Da männliche Küken keine Eier legen, werden sie unmittelbar nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet
  • Ein modernes Huhn kann mit nur zwei Kilogramm Futter ein Kilogramm Ei erzeugen und hat eine Legeleistung von ca. 320 Eier pro Jahr (alte Rassehühner brauchen 4-5kg Futter und legen „nur“ ca. 180 Eier pro Jahr
  • Aus den Eiern der Hybrid-Legehennen können Landwirte keine neuen Küken ausbrüten, da diese nicht dieselben Eigenschaften in der Legeleistung hätten wie ihre Eltern (Erblinien zerfallen)
  • Da die Weiterzucht der alten Hühnerrassen nur wenig verfolgt wurde, ist auch der Bio-Bereich auf die modernen Hybridhühner angewiesen – einzig die Haltungs- und Fütterungsbedingungen sind andere

Der Eier-Cent: die 2015 auf Initiative der Bio-Verbände Bioland und Demeter gegründete Ökologische Tierzucht GmbH möchte zukunftsfähige Zweinutzungshühner züchten. Hierzu hat die Initiative mehrere Partnerbetriebe, die mit den alten Hühnerrassen Les Bleues und Gauloises arbeiten. Der finanzielle Aufwand für die Züchtungsarbeit der nächsten Jahre wird auf mindestens 10 Millionen Euro geschätzt und soll zum Teil über den sog. Eier-Cent finanziert werden. Hierbei wird von Großhändlern und anderen Wiederverkäufern auf jedes Ei, das von Hybrid-Hühnern stammt, ein Aufschlag von einem Cent erhoben, der direkt an die Ökologische Tierzucht GmbH fließt.

 

Alternativen zur Küken-Tötung

  • Bruderhahn-Initiative Deutschland (BID): Eine Initiative im Bio-Bereich, die garantiert, dass die männlichen Küken mit aufgezogen werden (unter demeter- bzw. Bioland-Bedingungen). Die Tiere werden 18-22 Wochen mit 100% Bio-Futter gemästet und anschließend zur Schlachtung verkauft.  Weitere Infos...
  • Zweinutzungshuhn: bei dieser Initiative wird u.a. die alte Rasse „Les Bleues“ gezüchtet. Generell werden beim Zweinutzungshuhn die Hennen zur Eierproduktion und die Hähne zur Mast genutzt (mit etwa 1/3 weniger Leistung im Vergleich zu Hybridhühnern). Die Rasse wird in Frankreich als Bresse-Rasse mit AOC-Siegel vermarktet (AOC=geschützte Herkunft). Weitere Infos...

 

 

Weitere Informationen zu Zielen und Motivation der Ökologischen Tierzucht GmbH finden Sie hier